Telemedizinisch angeleitete Myofunktionelle Therapie führt zu einem Remodelling der oberen Atemwege bei OSA

Eine telemedizinisch begleitete myofunktionelle Therapie (MT) mit täglichen oropharyngealen Übungen führte zu messbaren strukturellen Veränderungen der oberen Atemwege bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe. 60 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer OSA wurden drei Gruppen zugeteilt: mittelschwere OSA + MT (n=19), schwere OSA + MT + CPAP (n=20) und eine Kontrollgruppe mit CPAP allein (n=18). Die Übungen (20 Minuten täglich, 5–7 Tage/Woche über 3 Monate) wurden über eine App mit Biofeedback vermittelt. In der Gruppe mit mittelschwerer OSA sanken Zungenvolumen (−8 cm³, p=0,002), Zungendicke (−4 mm, p<0,001) und der Abstand zwischen den Zungenarterien (−5 mm, p<0,001) signifikant; in der schweren Gruppe zeigten sich Rückgänge bei Zungenvolumen und Arterienabstand, jedoch nicht bei der Zungendicke. In der Kontrollgruppe blieben die Werte unverändert. Der Anteil der Patienten ohne Zungenbasis-Kollaps in der Schlafendoskopie stieg in der moderaten Gruppe von 15 % auf 80 % (p=0,039). Der AHI sank in beiden Interventionsgruppen signifikant (moderat: −6,8/h; schwer: −11,1/h), während sich in der Kontrollgruppe keine Veränderung zeigte. Auch Zungen- und Lippendruck (IOPI) verbesserten sich deutlich unter MT.
(Rodríguez-Alcalá C, Rodríguez-Alcalá L, Ignacio-García JM, Plaza G, Gozal D, Baptista P, O’Connor-Reina C. Telemedicine-delivered myofunctional therapy remodels upper airway anatomy in obstructive sleep apnea: a prospective controlled study. J Clin Sleep Med. 2026;22:12)