Übermäßige Tagesschläfrigkeit (EDS) ist bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ist mit bestimmten physiologischen Endotypen assoziiert und unterscheidet sich zwischen Männern und Frauen. In der bevölkerungsbasierten Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA) wurden 1783 Teilnehmer mit einem AHI > 5/h (mittleres Alter 68,7 ± 9,1 Jahre, 52 % Frauen) mittels Polysomnographie, Aktigraphie und Epworth-Schläfrigkeitsskala (ESS) untersucht. 14 % der Stichprobe wiesen eine EDS (ESS > 10) auf. Ein Anstieg der hypoxischen Last (Hypoxic Burden) um eine Interquartilsspanne war mit einer 28 % höheren Prävalenz von EDS assoziiert (PR 1,28), ebenso ein erhöhter Loop Gain (PR 1,26) und eine stärkere Herzfrequenzreaktion auf Atemereignisse (PR 1,32). In geschlechtsspezifischen Analysen zeigte sich bei Frauen ein Zusammenhang zwischen EDS und kürzerer Ereignisdauer sowie höherer neuromuskulärer Kompensation, während bei Männern die hypoxische Last und die Herzfrequenzreaktion stärker mit EDS assoziiert waren. Erregungsschwelle (Arousal Threshold) und Erregungsintensität zeigten keine Assoziation mit EDS. Die Befunde zeigen, dass EDS bei Männern eher mit hypoxie-bezogenen Mechanismen und bei Frauen eher mit schlaffragmentierenden Merkmalen verbunden ist.
(Castro-Diehl C, Alex R, Azarbarzin A, Zhang Y, Wellman A, Huang T, Sands S, Redline S. Associations of excessive sleepiness with sleep apnea physiological endo-phenotypes: the multi-ethnic study of atherosclerosis. Ann Am Thorac Soc. 2026;23(7):1067–1076)
